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Wiedereinstieg Gregor Schlierenzauer

Gregor Schlierenzauer befindet sich Anfang 2016 in einer Krise, er ist mit 26 Jahren beinahe ausgebrannt. Er zieht die Notbremse, da er in einer problematischen Situation steckt. Alles hat sich kurz zuvor für ihn immer mehr zugespitzt. Symptome wie Erschöpfung, teilweise Überforderung und fehlende Motivation treten auf. Seine Situation scheint eingefahren zu sein, positive Perspektiven fehlen. Sogar die Gesundheit ist angekratzt. Am Ende passiert sogar ein Kreuzbandriss beim Skifahren. Die Ursache für diese Sinnkrise liegt weit zurück, im Werdegang von Gregor. Seit seinem 12.ten Lebensjahr ist Gregor davon „besessen“ der beste der Welt zu werden. Mit 14 kam er ins Internat und mit 16 war er bereits im WC erfolgreich eingestiegen. Das Heimweh plagte ihn. Es ging steil bergauf, ohne Pause! Ohne es zu merken, opferte er seine Jungend, da seine Träume ihn formten. Erfolg an Erfolg reihte sich. Mit 23 war er mit 52 WC Siegen der erfolgreichste Skispringer aller Zeiten. Nach dem Internat durfte er endlich zurück zur Familie. Mit seiner Beziehung zur 5 Jahre älteren Freundin kam danach die eigene Wohnung und private Selbstständigkeit. Ein neues FIS Reglement brachte ab 2012 gravierende Umstellungen, gleichzeitig bekam die Beziehung mit Sandra Risse und Gregor holte der frühe Erfolg plötzlich ein. Er wurde sich immer bewusster, dass er durch den Skisprungsport einiges verpasst hatte. Als das Siegen schwieriger wurde, stellt er sich die Frage, wozu er weitermachen soll? Nach dem Kreuzbandriss und der erzwungenen Pause begibt sich Gregor in dieser Zeit auf Spurensuche und kehrt zurück nach Stams, seiner Ausbildungsstätte, wo alles begann. Was er findet ist die Freude der Nachwuchssportler, die noch alles vor sich haben. Es motiviert ihn noch einmal alles einzusetzen, er will weitergehen und weiter Ja zum Leben als Skispringer sagen. Er will dieses Gefühl wieder erleben, dass er so sehr liebt. Die Erkenntnis, dass er dazu einen Weg aus der Krise finden muss, bedingt Veränderungen. Er muss an sich arbeiten, sich verändern. Der bisherige Weg hat ihn nicht mehr weitergebracht. Um weiterzugehen braucht er jedoch auch ein neues Team, welches ihn motiviert und besser auf ihn abgestimmt ist. Gregor weiß, dass er sich wieder neu aufladen muss. Mit allem. Er muss zuerst die kindliche Freude am Skispringen wiederfinden. Am Ende den Spaß als Wettkämpfer. Sein neues Team hilft ihm konsequent, die notwendigen Energien frei werden zu lassen. Am Ende ist es ein gemeinsames Weitergehen.

Gregor kehrt in der Saison 2016/2017 früher zurück, als er es zunächst wollte. Es ist dennoch eine Notwendigkeit. Die Suche nach der Perfektion, nach der Leichtigkeit, nach dem notwendigen Fluggefühl und der notwendigen Energie, gelingt nur, wenn er es schafft, genügend Flugkilometer zu sammeln. Er muss in sich selbst wieder Vertrauen aufbauen. Der Wiedereinstieg scheint auch wirklich zu gelingen. Top Ten Platzierungen mitten in der WC Saison in Wisla und Zakopane bestätigen seinen Weg. Ein Sturz in Oberstdorf beim Skifliegen schockt dann alle, es sieht schlimm aus. Gregor wird in der Bahre abtransportiert. Nach dem MRI erhält er jedoch die Diagnose nur leicht verletzt zu sein. Er nimmt es relativ locker und übt sich weiter in Geduld, jedoch ohne nachzulassen. Er ist sofort wieder auf sein Ziel fokussiert, bald wieder zu den Besten gehören zu wollen. Gregors Gespräche mit seinem neuen Manager Hubert Neuper, mit Kollegen wie Niko Rosberg und Roger Federer bestätigen ihn, nicht der einzige Spitzensportler zu sein, der in eine Art „Krise“ geschlittert ist. Stärker als vorher zurückzukommen ist ein Ziel, welches nur die Besten der Besten geschafft haben. Gregor ist auf dem Weg. Er will Olympiasieger 2018 werden.

CREW

Produzent: Gerald Salmina

Drehbuch, Regie: Gerald Salmina

Produktionsleitung: Katrin Pischounig

Kamera: Günther Göberl, Gerald Salmina, Franz Hinterbrandner, Johannes Aitzetmüller, Hans Hornberger

Kamera-Assistenz: Robert Neumeyer, Felix Schwarz, Martin Kreslehner

Ton: Peter Rösner, Robert Neumeyer, Florian Rabl

Schnitt: David Hofer

Sound Design: Andreas Frei

Produktion Red Bull: Grit König