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Gregor Schlierenzauer WEITERGEHEN

Der österreichische Skispringer Gregor Schlierenzauer hat fast alles erreicht, was es in seinem Sport zu gewinnen gibt. Mit nur 16 Jahren holte er bereits in seinem zweiten Weltcup-Springen seinen ersten Sieg. Der zweifache Gewinn der Vierschanzentournee und des Gesamtweltcups sowie zahlreiche Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften folgen. Jahrelang dominiert Gregor die Konkurrenz. Doch plötzlich bleiben die Erfolge aus, seine private Beziehung geht zu Bruch. Er weiß nicht mehr weiter. Im Januar 2016 nimmt er eine Auszeit vom Sport. Gregor Schlierenzauer ist in einer Sinnkrise.

Es begleitet ihn wie jeden von uns: Sinn in dem zu finden, was wir tun. Die Kraft zu haben, jeden Tag zu funktionieren. Wie können wir dem gewachsen sein? Auch Gregor Schlierenzauer stellt sich die Fragen: Wer bin ich? Wo führt das Leben hin? Warum tu ich das alles? Was ist der Sinn?

Viele Menschen stehen heute an, wissen nicht weiter. Ob beruflich oder privat. Gregor Schlierenzauers Geschichte zeigt einen Weg aus der Krise. Sie zeigt, dass es es wert ist und gibt Mut, selbst aufzustehen und weiterzugehen.

Der 52-minütige Dokumentarfilm „WEITERGEHEN“ (Österreich 2017, Regie: Gerald Salmina, Produktion: Planet Watch) erzählt Gregor Schlierenzauers Geschichte und begleitet ihn durch ein Jahr voller Selbstzweifel und Rückschläge, aber auch voller Selbsterkenntnis und neuer Motivation. Auf berührende Weise gibt der Film tiefe Einblicke in die Seele des Protagonisten. Bilder aus Kindertagen und von früheren Siegen erzählen von vergangenen Erfolgen. Interviews mit den Eltern sowie Weggefährten, Trainern und Ärzten vertiefen die Charakterisierung des Skisprung-Superstars. Über allem steht die Frage: Wie kann er sich aus seinem mentalen Loch herauskämpfen? Wie kann er weitergehen?

Gregor Schlierenzauer beschließt zunächst, Abstand vom Sport zu gewinnen und mehr für sich selbst zu tun: Endlich das Leben genießen! Schon als Kind hat der Perfektionist dem Sport alles untergeordnet. Bereits im Teenageralter stand er ganz oben. Zehntausende jubelten ihm zu, Österreich lag ihm zu Füßen. Doch er muss erkennen, dass es im Sport nicht immer bergauf geht. Der frühe Erfolg holt ihn ein und wird zur Belastung. Gregor kann nicht mehr schlafen, ist ständig müde und gereizt. Unter Tränen muss er erkennen: „Wenn man im Sport erfolgreich ist, sind sehr viele da. Wenn es schwierig wird im Leben, ist nur eine Handvoll da.“ Ausgebrannt vom stetigen „Höher, schneller, weiter“, zieht er die Notbremse. Er will das Hamsterrad des Skisprung-Weltcups verlassen.

Er beschließt Dinge zu verwirklichen, die er schon immer einmal tun wollte. Doch beim Heliskiing mit seinem Vater in Kanada im März 2016 stürzt er. Der nächste Rückschlag. Die niederschmetternde Diagnose: Kreuzbandriss. Gregor ist am Boden zerstört. Demotiviert. Er steht endgültig vor einer schwarzen Wand.

Nur zögerlich beginnt Gregor mit der Reha. Sein Konditionstrainer Christoph Ebenbichler bringt ihn soweit, zumindest körperlich konsequent an der Heilung des Knies zu arbeiten. Doch die mentalen Fortschritte verlaufen zäh. Harald Haims, Sportlicher Leiter des Skigymnasiums Stams, bestärkt Gregor Schlierenzauer darin, zurück zu den Wurzeln zu gehen und mit dem österreichischen Skisprung-Nachwuchs zu trainieren, um wieder Spaß am Sport zu finden. Der Systemische Ratgeber Gerhard Rieger hilft Gregor Schlierenzauer dabei, sein ‚Ich’ zu erkennen und zu sich selbst wieder zu finden. ÖSV-Skisprungtrainer Christoph Strickner, Schlierenzauers Freund Simon Wallner sowie Sportlegenden wie Toni Innauer, Niki Lauda und Hubert Neuper tragen dazu bei, dass Freude und Energie zurückkehren und der Österreicher aus seinem schwarzen Loch herauskommt. Im Januar 2017 nimmt er schließlich wieder an einem Weltcupspringen teil.

Gregor Schlierenzauers WEITERGEHEN ist die packende Geschichte eines Athleten, der höchste Höhen erreicht hat und dennoch einsehen muss, dass Erfolg nicht alles ist. „Als erfolgreichen Sportler kennt man Dich, jetzt lernt man Dich auch als Mensch kennen“ motiviert ihn sein Manager Hubert Neuper. Sein Weg zurück ist ein inspirierendes Beispiel für viele Menschen, die im Alltag nicht weiterwissen. Am Ende steht für Gregor Schlierenzauer die Erkenntnis: „Das ist mein größter Sieg – weitergegangen zu sein, mit allen schmerzhaften und lehrreichen Erfahrungen. Ich freue mich auf alles, was jetzt kommt! Es war und ist es wert, diesen Weg gegangen zu sein und weiterzugehen.“

Premiere @ Filmcasino Wien / 24.10.2017

Making of Pics

CREW

Produzent: Gerald Salmina

Drehbuch, Regie: Gerald Salmina

Executive Producer: Katrin Pischounig

First Assistant Director: Marvin Salmina

Kamera: Günther Göberl, Gerald Salmina, Franz Hinterbrandner, Johannes Aitzetmüller, Hans Hornberger, Bernhard Popovic

Kamera-Assistenz: Robert Neumeyer, Felix Schwarz, Martin Kreslehner

Drohne: Rainer Raitmaier, Carsten Darr, Franz Hinterbrandner, Peter Rösner

Ton: Peter Rösner, Robert Neumeyer, Florian Rabl, Johannes Stelzl, Michi Grill

Schnitt: David Hofer

Sound Design: Andreas Frei

Color Grading: Karim Shafik

Produktion Red Bull: Grit König, Julian Schreib